3 Douglas


Douglas

I
Douglas
 
['dʌgləs], Hauptstadt (seit 1869) der Insel Man in der Irischen See, an der Ostküste, 22 200 Einwohner; Manx Museum; Seebad, Fährverbindungen nach Belfast und Liverpool.
 
 
Das ehemalige Schloss »Mona« errichteten die nach Verkauf ihrer Souveränitätsrechte an die britische Krone als Gouverneure eingesetzten Herzöge von Atholl 1804 als Residenz.
 
II
Douglas
 
['dʌgləs], schottisches Adelsgeschlecht, ursprünglich aus Flandern eingewandert, seit 1175 in Schottland nachweisbar, spielte seit Sir William Douglas (✝ im Tower zu London 1298 als Gefangener Eduards II.) eine hervorragende Rolle in der schottischen Geschichte. Die Familie erwarb, neben dem Titel eines Earl of Douglas (seit 1358), die Würde eines Earl of Angus (1389) und eines Earl of Morton (1553). Der Hauptstamm der »schwarzen Douglas« starb im Kampf mit den Stuarts 1488 aus; die Herrschaft Douglas ging auf die Nebenlinie der »roten Douglas« über, die 1633 die Marquesswürde erhielt (diese ging 1761 mit den früheren Titeln an die Herzöge von Hamilton über), 1703 die Herzogswürde (1761 erloschen). 1790-1817 gab es eine Linie der Barone Douglas of Douglas, deren Besitz 1857 durch Heirat an die Earls of Home fiel.
 
 
R. Nicholson: Scotland. The later Middle Ages (Edinburgh 1974).
 
Bedeutende Vertreter:
 
 1) Archibald, 6. Earl of Angus [əv 'æȖgəs], * um 1489, ✝ Tantallon Castle (bei Edinburgh) Mitte Januar 1557, Neffe von 2); heiratete 1514 die Witwe König Jakobs IV., Margaret Tudor, die sich aber 1528 von ihm scheiden ließ; war vorübergehend der Vormund ihres Sohnes, Jakobs V. von Schottland, wurde 1528 jedoch verbannt. Auf diesen Douglas bezieht sich T. Fontanes Ballade »Archibald Douglas« (1851; vertont 1853 von C. Loewe).
 
 2) Gavin (Gawin), schottischer Dichter, * Tantallon Castle (bei Edinburgh) 1474 (?), ✝ London September 1522, Onkel von 1); Bischof von Dunkeld, verfasste mehrere allegorische Dichtungen im Stil G. Chaucers, deren bedeutendste »King Hart« (1516) ist. Besondere Verdienste erwarb er sich durch die Übersetzung von Vergils »Aeneis« (»Aeneid«, herausgegeben 1553) mit eigenem Prolog und Ergänzungen, die erste Übersetzung eines antiken Werks ins Schottische.
 
Ausgaben: The poetical works, herausgegeben von J. Small (1874, Nachdruck 4 Bände 1970); Vergilius Aeneid, translated into Scottish verse, herausgegeben von D. F. C. Coldwell, 4 Bände (1957-64).
 
 
P. J. Bawcutt: G. D. A critical study (Edinburgh 1976).
 
 3) Sir James, schottischer Heerführer, * 1286, ✝ in Andalusien 25. 8. 1330; hatte großen Anteil am schottischen Sieg von Bannockburn (1314). Er sollte das Herz des schottischen Königs Robert I. Bruce zur Bestattung in das Heilige Land bringen, fiel aber unterwegs im Kampf gegen die Mauren. Von den Schotten wurde Douglas »The Good Sir James« genannt, von den Engländern »The Black Douglas« (danach die Linie der »schwarzen Douglas«); sein Neffe und Erbe William (* um 1327, ✝ 1384) wurde 1358 der erste Earl of Douglas.
 
 4) James, seit 1553 4. Earl of Morton [əv 'mɔːtn], * um 1516, ✝ Edinburgh 2. 6. 1581; Führer der protestantischen Lords gegen Königin Maria Stuart, deren Heer er 1568 bei Langside schlug; 1572-78 Regent Schottlands, später wegen angeblicher Mitschuld an der Ermordung Lord Darnleys hingerichtet.
 
III
Douglas
 
['dʌgləs],
 
 1) Lord Alfred Bruce, englischer Schriftsteller, * Ham Hill (bei Rochester) 22. 10. 1870, ✝ Hove (County East Sussex) 20. 3. 1945; Freund O. Wildes; diese Freundschaft, die Wilde ins Gefängnis brachte, schilderte Douglas u. A. in »Oscar Wilde and myself« (1914; deutsch »Freundschaft mit Oscar Wilde«) und »Oscar Wilde. A summing up« (1940). Wilde richtete an ihn aus dem Gefängnis seinen autobiographischen Brief »De profundis«. Douglas schrieb auch Essays, Satiren und Gedichte und übersetzte Wildes »Salome« aus dem Französischen ins Englische (1894).
 
 2) Kirk, eigentlich Issur Danielowitsch Dẹmskij, amerikanischer Filmschauspieler russischer Herkunft, * Amsterdam (N. Y.) 9. 12. 1916, Vater von 3); begann 1941 als Theater-, 1946 als Filmschauspieler; Charakterdarsteller.
 
 
Filme: Die Glasmenagerie (1950); Reporter des Satans (Ace in the hole, 1951); Die Stadt der Illusionen (The bad and the beautiful, 1952); Odysseus (1954); Vincent van Gogh (1956); Wege zum Ruhm (1957); Spartacus (1960); Stadt ohne Mitleid (1960); Einsam sind die Tapferen (1961); Sieben Tage im Mai (1964); Brennt Paris? (1965); Kaktus-Jack (1979); Archie und Harry (1987); Greedy (1993/94).
 
 3) Michael Kirk, amerikanischer Filmschauspieler, * New Brunswick (N. J.) 25. 9. 1944, Sohn von 2); Fernsehstar in der Serie »Die Straßen von San Francisco« (1972-77) und herausragender Filmdarsteller; auch erfolgreicher Produzent (»Einer flog über das Kuckucksnest«, 1975); spielte in den 80er-Jahren auch in romantischen Abenteuerfilmen.
 
Weitere Filme: Das China Syndrom (1979); Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984); A Chorus Line (1985); Eine verhängnisvolle Affäre (1987); Wall Street (1987); Der Rosenkrieg - bis daß der Tod uns scheidet (1989); Basic Instinct (1991); Falling Down - Ein ganz normaler Tag (1993); Enthüllung (1994); The Ghost and the Darkness (1996).
 
 4) Stephen Arnold, amerikanischer Politiker, * Brandon (Vermont) 23. 4. 1813, ✝ Chicago 3. 6. 1861; war als Abgeordneter (1843-47) und Senator (1847-61) für Illinois Führer des nordstaatlichen Flügels der Demokraten. Durch den Kompromiss von 1850 und den Kansas-Nebraska-Act (1854; Kansas, Geschichte) versuchte er, den westlichen Territorien Selbstbestimmung in der Sklavereifrage einzuräumen (»Popular Sovereignty«) und sie aus dem sektionalen Konflikt herauszuhalten. Nach der Niederlage in den Präsidentschaftswahlen 1860 unterstützte er loyal A. Lincolns Politik.
 
 
R. W. Johannsen: S. A. D. (New York 1973).

Universal-Lexikon. 2012.

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